9. April 2026

Fachkräftemangel vs. Altersdiskriminierung

Das betitelte Problem ist an Relevanz kaum zu überbieten. Die Wirtschaft ruft den Fachkräftemangel aus und gleichzeitig sortiert man die Generation 50+ aus. In Zeiten eines proklamierten demografischen Wandels ist das nicht nur ein Widerspruch sondern eine Standortschwächung mit Ansage.

Das Problem ist nicht das Recruiting an sich sondern ein System, das Stereotype als Maß aller Dinge sieht. Hier bietet die Evaluation des Bundesprogrammes "Perspektive 50plus" (Brauer & Korge, 2009) einen tieferen und interessanten Einblick. Sie widerlegt z.B. die verbreitete Ansicht der sich abbauenden kognitiven Leistungsfähigkeit. Dieser Abbau ist nicht zwangsläufig sondern durch die Plastizität des Gehirns bestimmt. Diese wird weniger durch Altersgrenzen geprägt. Vergleichen sie die kognitve Beanspruchung mit dem Trainieren eines Muskels. Ein weiterer interessanter Aspekt ist die alterskorrelierte Veränderung der Arbeitsmotivation als Ergebnis adaptiver Entwicklungsregulation. Mit zunehmendem Alter richtet man Zielsetzungen auf das Erreichbare und schafft damit einen Ressourcenausgleich. Zudem gewinnt im Alter die positive Affektregulation an Bedeutung. Es gibt neben dem voll gepackten Rucksack beruflicher Erfahrung einige Pluspunkte, die für 50+ sprechen.

Kai Bauer stellt Ergebnisse einer ethnographischen Feldstudie, die in kleinen und mittleren Unternehmen durchgeführt wurde, vor und zeigt auf, dass Stereotype und diskriminierende Handlungen (Ageism) gegen ältere Bewerber hinter der Fassade der politischen Korrektheit tiefe Wurzeln haben. Vignettenstudien unter Personalverantwortlichen belegen diese Einstellungsbarrieren.

Was verbleibt als Fazit? Die Diskussion ist angestoßen, aber sie droht der aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt hinterherzulaufen. Welche Aufgaben liegen vor der Personalarbeit? Es geht nicht darum unter Personalverantwortlichen positive Altersstereotype zu verbreiten sondern die Irrelevanz altersbasierter Auswahl zu vermitteln.

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